Sonntag, 13. Dezember 2009

Kann es sein, dass der Dezember schon lange angebrochen ist und ich seit Ende Oktober nichts mehr von meinen Erlebnissen hier erzählt habe???
Der Hauptgrund ist wahrscheinlich, dass mein lange geltender Leitspruch "Ich bin nicht zum Studieren hergekommen" leider nicht mehr so ganz gilt... Mich hat der kanadische Prüfungswahn hier voll erwischt. Nach den sogenannten "Midterms" kommen jetzt gerade die "Finals" und sorgen für Anblicke, die in Deutschland oder Frankreich schon lange zur Besetzung der Hörsäle gesorgt hätte: Die UniBib ist zum Bersten voll mit verzweifelten, kaffeesüchtigen Studenten, die das Gebäude oft auch nicht vor zwei Uhr Morgens verlassen (Hab ich mir erzählen lassen, mein Mitbewohner Kenny ist einer von ihnen). Spezielle Shuttlebusse bringen die wissensdurstigen Horden wieder sicher nach Hause. Meine erste "finale" Prüfung war diesen Freitag und hatte einiges zu Bieten. Hauptattraktion: Feueralarm!! Irgendein frustrierter Student hatte wohl einen nervösen Zeigefinger und hat uns für eine halbe Stunde in die klirrende Kälte geschickt. War aber ganz nett, so konnte gepflegter Gedankenaustausch stattfinden bevor wir geordnet zurück in den Hörsaal gingen und die Klausur fertig geschrieben haben, nachdem sicher gestellt wurde, dass es sich um einen falschen Alarm handelte.
Ich habe weiter oben die klirrende Kälte erwähnt, das ist wörtlich zu nehmen! letzte Woche wurde es richtig kalt, inklusive "Windchill-factor" -20°C. Schnee gabs dazu auch ne ganze Menge. Das war ein paar Tag lang richtig cool, dann ist einem aber eingefallen, dass die Busse hier immer noch streiken, und das ist zum Teil gar nicht mehr lustig. Ich habe noch ziemliches Glück, dass ich relativ nah an der Uni wohne, doch andere müssen eine Stunde radeln, bis sie die Zivilisation erreichen. Muss verdammt hart sein wenn man ursprünglich aus Mexiko ist und noch nie im Leben Schnee gesehen hat! Zum glück haben sich die Parteien dieses Wochenende geeinigt, daher sollten die Busse in ein paar Wochen wieder fahren und dann steht einem schönen angenehmen Kanadischen Winter nichts mehr im Weg ;)

Hier noch ein paar erlebnisse der Letzten Zeit:

20.11.09 Chriiiiiiiiiiiiiiiisssssssssssssss Boooooooooooossssshhhhhhhhhhh!!!!!

Es wurde langsam Zeit nach American Football den zweiten Volkssport hier anzutesten (als Zuschauer natürlich!). Diesmal war Basketball dran! wir haben uns mit Romain und Erwan das Spiel der Toronto Raptors gegen Miami Heat angesehen. Es war auf jeden Fall wieder einmal eine Show! Und Toronto hat gewonnen, 120:113, was will man mehr?




12.12.09 Time to say goodbye (part 1)

Gestern hat der erste Teil der Verabschiedungsvereilichkeiten für diejenigen, die uns am Ende dieses Semesters verlassen werden, stattgefunden. Ja, unsere UN schrumpft bald beachtlich! Abhijit (Vertreter Indien) und Yikun (vertreter China) haben für 18(!) von uns gekocht, und das mit Erfolg. Auch wenn einiges ziemlich Scharf war, Gut war es auf alle Fälle!



Natürlich gab es noch viel mehr, was erwähnenswert wäre, aber es wird langsam spät und ich habe mir fest vorgenommen morgen ganz früh in der Unibib zu sein. Will mal sehen wie das ist! Muss ja schon was dran sein wenn da alle so drauf abfahren...

In diesem Sinne, der Nächste Eintrag kommt dann wohl auch erst wieder in einem Monat und enthält dann meinen Trip nach New York und Montreal über Weihnachten bzw. Neujahr!

Sonntag, 1. November 2009

Time goes by...

Das Semester nimmt inzwischen richtig Fahrt auf! Ich komme gar nicht mehr dazu hier Schritt zu halten und mit angemessener Ausführlichkeit zu berichten... Jetzt gibt es aber zumindest eine kurze Zusammenfassung der letzten Wochen:

17.10.09 Medway Valley:
Um meine frisch gekauften Wanderschuhe einzuweihen habe ich mich auf einene Faust auf den Weg mitten in den Indian Summer. In London, nicht weit von der Uni liegt ein kleines aber feines Naturschutzgebiet, Medway Valley, dass ich mir schon länger schon ansehen wollte. Und ich wurde nicht enttäuscht, gerade im Herbst bei herrlichem Wetter ist es dort wirklich schön!

19.10.09 Diwali!
Am Wochenende hatte Abhijit, ein Austauschstudent aus Indien, uns zu Diwali eingeladen. Das ist das wichtigste Fest des Jahres in Indien und gleichzeitig Fest des Lichtes und Neujahr. Ich glaube ich hatte an diesem einen Abend mehr Kulturschock zu verarbeiten als im gesamten Rest meines Aufenthaltes soweit... Zunächst gab es einen Offiziellen Teil, in dem einige Inder traditionelle Lieder gesungen haben und eine kleine Zeremonie abgehalten wurde. Danach gab es dann richtig gutes indisches Essen (nicht zu scharf, auf die paar Internationals wurde Rücksicht genommen!) und dann... dann ging es richtig los! Wer schonmal einen Bollywood Film, oder wie ich zumindest Ausschnitte, der kann sich einigermaßen vorstellen wie es zuging: Volle Dröhnung moderne indische Musik und dazu sehr lustiger Einheitstanz!
Zum Abschluss gab es dann noch ein Feuerwerk, dass es wirklich in sich hatte. Es war sogar so beeindruchend, dass die Campuspolizei herkam um zu sehen was denn los war!

24.10.09 Rock Glen (Or the Stairway to heaven)
Eine Woche später war dann wieder Wandern angesagt! Diesmal ging es wieder mit dem Outdoors Club los. Das Ziel war ein Wasserfall etwa eine Autostunde von London entfernt. Um zum Wasserfall zu gelangen muss aber erstmal eine sehr lange Treppe bezwungen werden. Aber es lohnt sich allemal! Der Wasserfall ist natürlich nicht mit Niagara zu vergleichen, hat aber den Vorteil, dass man im Becken darunter baden kann... wenn man will.... Das Wasser war nämlich ziemlich kalt und ich habe mir das Planschen geschenkt! Nichtsdestotrotz haben sich drei mutige gefunden! Vom Wasserfall aus sind wir dann noch ein wenig den Strom entlanggewandert, meistens von Stein zu Stein hüpfend.


Ich würde echt gerne noch über dieses Wochenende und die Halloween-Verrücktheit hier schreiben, doch leider muss ich nebenbei noch studieren... Daher dranbleiben, und nicht umschalten!

Donnerstag, 8. Oktober 2009

Wet camping, Part 2

Freitag 2.10. - Sonntag 4.10.

Dieses Wochenende ging es einige Wochen nach meiner Campingtaufe in Algonquin zum ersten Mal mit dem Outdoors Club auf Tour! Ziel: Pinery Provincial Park. Das ist ein Naturpark etwa eine Autostunde im Nordwesten von London. Los ging es am Freitag Nachmittag in einem von Frank gefahrenen vollbepackten Van. Einmal angekommen hieß es Zelte, Planen und co. aufbauen. Das Wetter war eher durchwachsen, regelmäßige leichte Schauer ließen anfangs nichts gutes erhoffen, doch immer wieder kam die Sonne doch noch durch und sorgte für gute Stimmung!
Im Gegensatz zum spartanischen Algonquin-Trip war hier nicht der Weg das Ziel. Pinery war echtes 5-Sterne Camping! Die Anreise mit dem Auto ermöglichte das Mitbringen von massenweise Ausrüstung, wie zum Beispiel einem riesigen Gasgrill und massig professioneller Gasherde.
Wir waren in mehrere Foodgroups aufgeteilt, mein Foodgroup-leader war Meagan und das Essen war sogar besser als das was ich mir hier mit einem richtigen Herd mache! Von Pancakes und Spiegeleiern zum Frühstück bis Burgern zum Abendessen purer Luxus!



Woran erkennt man den echten Outdoormenschen? An seiner Unterkunft! Während wir Spießer in konventionellen Zelten schlafen baut sich Tadic (100kg-Bulle mit Bärenpfoten-Tatoo auf dem Arm) eine mehr oder weniger wasserdichte Hängematte! Angeblich hat er auch bei den stärkeren Schauern über Nacht gut geschlafen...


Am Samstag ging es dann mal wieder Kanufahren, diesmal war ich sogar Steuermann, da Farzad noch nie einen Paddel in der Hand hatte. Zwei andere Erstkanuten haben es sogar geschafft ihr Kanu zu kippen! Bei dem doch schon eher kalten Wasser war das sicher nicht sehr angenehm... Egal, wir haben gelacht!


Dass Alkohol verboten ist wird einem übrigens immer wieder ziemlich aufdringlich mit überdimensionalen Schildern ins Gedächtnis gerufen. Trotzdem endeten irgendwie vier Bierdosen als Stütze für einen Gasherd... Mysteriös!

Ein paar mehr Fotos gibt es hier:
http://picasaweb.google.de/CanadaShaka/PineryCamping?authkey=Gv1sRgCM3QoIn_662Y7gE#

Off to the big city!

Samstag 26.09. -Sonntag 27.09


Ist mal wieder verdammt lange her, dass ich hier was geschrieben habe... Es gibt also einiges nachzuholen!
Zunächst einmal ging es vor etwas zwei Wochen nach Toronto. Ich war zwar schon einige Male da, allerdings hat sich das Sightseeing im Großen und Ganzen auf den Greyhound-Busbahnhof beschränkt und meine Mitbewohnerin Brunelle hörte nicht auf mir zu sagen, dass es viel mehr zu sehen gibt (Sie ist aus Toronto und fährt auch jedes Wochenende heim). Der Entschluss war schnell gefasst, auf nach Toronto!
Samstag bin ich zunächst ein Wenig durch die Innenstadt geschlendert um ein Gefühl für die Stadt zu bekommen. Das ist aber wirklich nicht so einfach, die verschiedenen Viertel sorgen für sehr viel Abwechslung!
Da meint man eigentlich in Kanada zu sein, geht die Spadina Avenue entlang und befindet sich auf einmal in China! Naja, eigentlich ist es bloß das Chinatown Torontos, doch man versteht hier trotzdem nichts... Folgt man der Straße, sprießen die Wolkenkratzer nur so aus dem Boden. Genau, das Bankenviertel ist erreicht!




Was natürlich auch bei keinem Besuch in Toronto fehlen darf ist ein Abstecher auf die "Giant Space Needle" (CN-Tower). Die Sicht von da oben ist auch bei eher mittelprächtigem Wetter ziemlich beeindruckend! Was einem gerade noch beim Spaziergang durch das Bankenviertel übertrieben groß erschien, wirkt von da oben plötzlich wie Lego... Da kann es einem doch ziemlich egal sein, dass es inzwischen nur noch das zweithöchste Gebäude der Welt ist! Auch der Glasboden kostet einen ein wenig Überwindung, das hätte ich von mir eigentlich nicht erwartet!





Dann habe ich noch den Tobi zum Kaffee getroffen und wir sind ein wenig über die Harborfront geschlendert.
Am Sonntag kam dann endlich die Sonne raus und nach einem kleinen Abstecher in den Kensington-Market (Hippie-Viertel) und Little Italy musste ich mich dann leider auch schon auf den Weg zurück nach London machen. Toronto, I'll be back!!!

Sonntag, 20. September 2009

Holidays are over, let's go to Niagara!

Montag 14.09.09 - Sonntag 20.09.09
Und ich hatte schon gehofft, dass die Uni und aller damit verbundener Stress würden mich hier am Ende der Welt nicht finden... Seit Montag haben die Profs die Schonfrist aufgehoben und uns auf ein Semester voller Assignments, Quizes, Midterm-Exams und Final Exams vorbereitet... Und dann auch noch diese total überteuerten bücher: zwei bücher für 440 dollar!!!!
Die Profs sind aber alle sehr nett. Die Kurse sind eher klein, 10 bis 25 Studenten in den Physik, bzw Med. Physik Kursen. Nur in Russisch sind wir 33. Ich habe für nächste Woche schon zwei Assignments, also Hausaufgaben. Scheint machbar, wird aber im Gegensatz zu Deutschland leider auch benotet...
Am Samstag ging es dann zu DER Sehenswürdigkeit wenn man von Kanada spricht: Die Niagara Fälle! Der Ausflug wurde vom International Office organisiert. Es war wie nicht anders zu erwarten unglaublich beeindruckend. Schon der erste Anblick von relativ weit weg lässt einem den Atem Stocken. Mit der Maid of the Mist ging es dann mitten hinein in die nass aufschäumende Hölle! Angezogen wie Schlümpfe Wurden wir mit dem Boot in die Canadian Horseshoe-Falls gefahren. Auch wenn das die klassische Touri-Tour ist, ist das echt zu empfehlen. Man merkt auch ansonsten, dass die Fälle ein verdammt gut funktionierender Touristen-Magnet ist. Mit den ganzen Casinos erinnert die Stadt ein wenig an Las Vegas.
Wie auch immer, der Trip hat sich auf jeden Fall gelohnt! Man kann Kanada ja nicht verlassen ohne die Niagara Fälle gesehen zu haben ;)


Go Western!

Montag 07.09.09 - Sonntag 13.09.09
Schon krass wie die Zeit vergeht... Jetzt läuft die Uni schon seit zwei Wochen. Während in der ersten, so genannten "Frosh Week", nicht die Kurse, sondern das Willkommen heißen der Erstsemestler im vordergrund standen, haben wir in der zweiten einen ersten Eindruck vom verschulten kanadischen Uni-System bekommen. Aber zunächst zum ersten Teil:
Ich erinnere mich noch ziemlich gut an die Begrüßung der Erstsemestler in Heidelberg, sie hat in der Aula der neuen Uni stattgefunden und der Rektor der Uni Heidelberg hat eine Rede gehalten. Kerninhalte waren Tradition, Elite und die Warnung, dass es hart werden würde und somit nicht jeder sein Diplom erhalten würde.
Kontrastprogramm UWO: Hier wurde eine riesige Bühne aufgebaut und die Erstsemestler hatten alle zu ihren Wohnheimen passende T-Shirts an. Jedes Wohnheim hatte eine Choreografie gelernt und wurde von den Moderatoren auf der Bühne dazu aufgefordert diese zu zeigen.
Dann: Auftritt Rektor (bzw. President wie es hier heißt)
Zu lauter elektronischer Musik kommt er tanzend auf die Bühne und seine Rede hatte mit der aus Heidelberg auch nicht sehr viel gemeinsam. Es war schon beeindruckend was hier für ein Aufwand betrieben wird um Erstsemestlern Mut zu machen.
Die Woche bestand haupsächlich aus Feiern und die ersten Vorlesungen am Donnerstag und Freitag liefen eher im Schongang. Am Samtag war dann das erste Heimspiel der Western Mustangs (American Football Mannschaft der UWO). Hier war wie bei jedem Football Spiel das was auf dem Platz passierte deutlich uninteressanter als das was sich abseits des Platzes abspielte. Westerns Cheerleader gewinnen nämlich jedes Jahr seit 1985 die nationale Meisterschaft!


Samstag, 5. September 2009

Row, row, row your boat!

Freitag, 28.08.09 - Freitag, 04.09.09
Nach den Vorbereitungen vom Donnerstag, machten sich vier unerschrockene Abenteurer dann endlich auf den Weg nordwärts gen Algonquin Park. In Huntsville, einem verschlafenen Städtchen nicht weit vom Parkeingang erhielten die Vier, namentlich Simon, Mathias (T), Andreas und Nicolas (Nico), weibliche Verstärkung von Laura, Viktoria (Vika) und Nora. Das Team war komplett.

Die erste Herausforderung, die die Gefährten zu meistern hatten war das beladen des Autos: Für sieben Paddler braucht man schließlich drei Kanus! Da allerdings nur ein relativ kleines Auto ohne Anhänger zur Verfügung stand sah das Endergebnis ziemlich abenteuerlich aus. Im Endeffekt zählte allerdings nur, dass das Ziel auf unerklärliche Weise mit unverserhrtem Material erreicht wurde!


Leider erreichten de Gefährten ihren Einstiegssee mit so viel Verspätung, dass der eigentliche Aufbruch um einen Tag verschoben wurde. So hieß der erste Campground Magnetawan Lake. Ein schönes durch den Feuermeister angeheiztes Lagerfeuer ließ die Enttäuschung allerdings schnell verschwinden. Die gegrillten Würstchen taten ihr übriges!

Am nächsten Morgen musste die Gruppe eine weitere Hürde überwinden: Regen ohne Ende! Gefährte Nico wachte in einem vollkommen durchnässten Schlafsack auf. Auch der zum Schutz vor hungrigen Bären an einem Ast hochgezogene Essen hat einiges abbekommen. Nichtsdestotrotz stiegen die Gefährten erstmals in ihre Kanus und stachen in See.


Was sich ihnen dort offenbarte war eine Landschaft wie von einer anderen Welt. Unberürter wunderschöner Wald wohin man sah, über dem See lag ein gespenstischer Nebel, der alles unwirklich erscheinen ließ. Auf halbem Weg kreuzten dann auch noch eine Elchkuh und ihr Kalb unseren Weg als sie den Fluss überquerten!


Nach einer weiteren nassen Nacht und einem weiteren eher harten Paddeltag klarte der Himmel abends endlich auf und die Gefährten wurden am White Trout Lake mit einem herrlichen Sonnenuntergang für ihre Mühen belohnt. Sämtliche Rückzugsvorschläge waren damit im Keim erstickt und jeder wurde für seine Mühen entlohnt!


Von diesem Abend an hielt das schöne Wetter an und sowohl Paddeln als auch Portages (Das sind die Strecken, auf denen die Boote aufgrund von z.B. Stromschnellen getragen werden müssen) fielen deutlich leichter! Das lag allerdings auch zum Teil daran, dass sich die Truppe inzwischen ziemlich gut eingespielt hatte und sich Routine bemerkbar machte.
Trotz aller Sonne tagsüber waren die Morgen allerdings ziemlich kühl, was dann allerdings mithilfe warmer Milch und darin aufgelöstem Müsli verdrängt wurde!

Auf dem Rückweg traf unser Trupp dann auch noch einen weiteren vollkommen unkoordinierten Haufen Germanen auf Erkundungstour. bei diesem Haufen schien allerdings das Kanufahren noch nicht in Fleisch und Blut übergegangen zu sein, was sich an den zahlreichen Kratzern am Rumpf erkennen ließ. Angeblich haben sie sogar versucht eine Stromschnelle mitzunehmen und einigermaßen kläglich daran gescheitert...

Nach einer Woche, die unübersehbare Zeichen bei unseren Wanderern Hinterlassen hat (meterlange Bärte, die sogar den größten Bär in die Flucht geschlagen hätten, millionen Mückenstiche an den Beinen des "Mückenableiters" Laura, ...) hieß es dann leider wieder Abschied nehmen von der Wildnis und zurück in die Zivilisation, Handynetz wieder erreichen und Abschied vom geliebten Donnerbalken nehmen. Die Matratze war allerdings wirklich wilkommen!

So lösten sich die Gefährten nach und nach auf und behielten ein unvergessliches Erlebnis in Erinnerung!


Bright Lights, Big Cities

Donnerstag, 27.08.09
Es ist soweit, Algonquion Provincial Park, I'm coming! Donnerstag hat mich Simon mit einem Mietwagen abgeholt, vorläufiges Ziel: Hamilton. Das Fahrrad in Einzelteilen im Kofferraum ging es in die Industriestadt in der Simon das nächste Jahr verbringen wird. Die Stadt ist deutlich ansprechender als ich mir sie vorgestellt hatte. Vielleicht lag es auch daran, dass ich die Stahlindustrie bei Nacht gesehen habe. Die ganzen Lichter und Schornsteinflammen waren schon ziemlich beeindruckend!


Nach diesem kleinen Ausflug ging es dann auf zum Proviant beschaffen, wir wollten die nächste Woche in der Wildnis ja schließlich überleben ohne unser Essen selber jagen zu müssen! Zum Glück haben in Kanada viele Läden 24 Stunden am Tag auf.
Die Nacht habe ich dann in einem noch unbewohnten Zimmer in Simons Haus verbracht. Dass ich auf dem Boden schlafen musste war ein mehr oder weniger willkommenes Training für die kommende Woche, wo ich auch nur Waldboden zur Verfügung haben würde.

Donnerstag, 27. August 2009

Orientation part 2

Montag, 24.08.09
Nach 1 1/2 Wochen Kanada wird es endlich mal Zeit zu lernen, wie man das Leben hier eigentlich auf die Reihe kriegt. Zum Glück gibt es da die OBW Orientation!
Dazu hieß es am Montag erstmal um 5 aufstehen um rechtzeitig um 10:30 in der York University in Toronto zu sein. Da Toronto nunmal kein Dorf ist sind die Wege hier ein wenig länger...



Einmal angekommen, hieß es dann erstmal sammeln und die erste Info-Session über sich ergehen lassen. Viel neues hat man da allerdings nicht erfahren. Interessant war allerdings, dass nicht nur wir Baden Württembergischen Austauschstudenten von der Partie waren, sondern auch Franzosen aus Rhône-Alpes, Inder und Chinesen.
Nach einer weiteren Info-Session am Nachmittag gab es am Abend dann noch ein nettes Essen mit offiziellen Gästen, nämlich Vertretungen der Konsulate der vier Länder aus denen wir alle hergekommen sind. Für die Deutsche Botschafterin war das auch ein besonderer Tag, da es ihr aller erster Tag im Amt war!

An den Tischen waren wir nach Gastuniversität angeordnet, sodass man schonmal sehen konnte, wen man demnächst auf dem Campus wiedersehen wird!

Dienstag, 25.08.09
Am nächsten Tag standen dann endlich ein paar Ausflüge statt trockenen Vorträgen auf dem Programm! Das erste Ziel war die McMichael Canadian Art Collection, in der es ausschließlich einheimische Kunst zu sehen gab. Ein Teil der Ausstellung war der "First Nation", der zweite dem sogenannten "Group of Seven".

Nach dem Kulturprogramm war dann reine Entspannung in Form einer Bootsfahrt zu den "30.000 Islands" vor Georgian Bay. Dieser dreistündige Ausflug kombinierte eine sehr schöne Aussicht auf die idyllischen Inseln mit der Möglichkeit die Teilnehmer kennenzulernen und den anstehenden Ausflug in den Algonquin Park zu planen.


Mittwoch, 26.08.09
Am Mittwoch ging es dann nach einem letzten Vortrag schließlich zurück nach London, zusammen mit einigen aus ORA- und OBW-lern. Für einige war es die erste Ankunft hier, gerade zwei aus Lyon stammende Austauschstudenten schienen schon deutliche Anzeichen von Heimweh vorzuzeigen... Ich hingegen hatte schon den Eindruck nach Hause zurückzukehren. Das war schon ein sehr interessantes Erlebnis!

Sonntag, 23. August 2009

Zwischenbilanz

Sonntag, 23.08.09
So, ich bin jetzt über eine Woche auf diesem mysteriösen Flecken Erde, der sich Kanada nennt. Zeit eine erste Bilanz zu ziehen!
Natürlich ist der Kulturschock wenn man hier ankommt nicht zu vergleichen mit dem was andere zu Beispiel in Zentralafrika zurzeit erleben. Woran man sich hier gewöhnen muss sind vor allem kleine, eigentlich unbedeutende, Unterschiede. Hier ist einfach alles größer als in Europa: die Straßen, die Autos (lauter Pick-Ups!), die Regenschauer, die Entfernungen, die Nahrungsmittelmengen im Supermarkt... Außerdem sind da andere Regelungen für das Handy (man zahlt auch wenn man angerufen wird!!), lustige Wirbelklospülungen und, und, und.
Wie gesagt, alles kein Problem. Zurück bleibt bis jetzt der Eindruck eines Landes, das sehr stark von den USA geprägt ist, aber sich nicht genug von letzteren distanzieren kann. Die Menschen sind hier unglaublich freundlich und zuvorkommend.
Das alles ist wirklich sehr vielversprechend für die nächste Zeit, die ich hier verbringen werde. Morgen früh geht es dann erstmal wieder für drei Tage nach Toronto. Da gibt es eine Orientation, die uns helfen soll in der neuen Umgebung klarzukommen, nicht dass ich das nötig hätte, das Einleben hat perfekt funktioniert! Interessanter wird es wohl die Leute aus den anderen Austauschprogrammen kennenzulernen, da kommen welche aus Frankreich, Indien und China. Mal schauen was die so erlebt haben!

Visit from Hamilton!

Donnerstag 20.08.09
Simon hat inzwischen in Hamilton auch schon einiges auf die Beine gestellt und kommt jetzt mal vorbei um sein Starterpaket, das in London für ihn hinterlassen wurde, abzuholen. Ich hab ihn also am Busbahnhof abgeholt und ihm London ein wenig gezeigt. Das Starterpaket war dann doch ein bisschen umfangreicher als gedacht: Von Nähzeug über Kissen und 3-Loch Locher bis zu einem ausgewachsenen Fahrrad war so ziemlich alles dabei, was man hier zum Überleben braucht und nicht ohne weiteres aus Deutschland mitbringen kann.
Aufgrund transportlogistischer Probleme musste das Fahrrad "leider" bei mir bleiben, hehe!
Ich bin auch ziemlich glücklich an ein Fahrrad gekommen: mein Vorgänger, auch aus Deutschland, hat einfach seins hier bei Andrew gelassen. Nach einigem Tüfteln mit Simon haben wir es dann auch einigermaßen zum Laufen gebracht. Für umsonst ist es trotz ein wenig Rost gar nicht mal schlecht!
Am selben Tag habe ich leider mein Handy, für das ich gerade eine Kanadische SIM-Karte gekauft hatte bei einem Wolkenbruch geflutet. Monsunregen hatte ich hier eigentlich nicht erwartet!
Am Abend haben Simon und ich dann noch ein paar Kneipen in London angetestet.

Where the work is gonna be done

Montag, 17.08.09
Die Unterkunft für das kommende Jahr ist gefunden! Es ist ein Zimmer in einer WG, der Besitzer ist ein griechischstämmiger in London gebohrener frischgebackener Lehrer, er wohnt im ersten Stock und das Erdgeschoss teile ich mir mit zwei weiteren UWO-Studenten. Sehr coole Stimmung hier. Das Heißt: Endlich Zeit mir meine Uni ein bisschen anzusehen!
Die Uni ist ganz in der Nähe vom Haus, was bei den anstehenden Wintern ganz nützlich sein wird. Ach, wo wir gerade bei dem Thema sind: "Nico in the snow" passt im Moment einfach mal gar nicht!! 30 Grad Durchschnittstemperatur und Sonne ohne Ende würden eher "Nico in der Sauna" nahelegen.
Wie auch immer, der Campus gefällt mir sehr. Im moment ist erinnert er allerdings eher an einen Kindergarten. UWO Studenten führen Massen von Kindern durch das Unigelände und machen Werbung für die 10-15 Jahre später anstehende Wahl der Uni. Das heißt in der Cafeteria vor allem riesenschlangen schon Wochen bevor es losgeht! Aber ich denke das legt sich in der nächsten Zeit.


Hier wimmelt es übrigens nur so von Eichhörnchen, man muss fast schon aufpassen, dass man nicht drauftritt!! Die sind gar nicht so scheu wie man das aus Europa gewohnt ist.

London calling!!!

Freitag 14.08.09

Nach einer zu kurzen Nacht und der falschen Entscheidungmit 50 kg Gepäck zu Fuß zum Busbahnhof zu laufen ging es endlich direkt auf mein endgültiges Ziel London (Ontario) zu. Wäre der Bus auf dem Highway nicht rechts gefahren, hätte ich mir bei meiner Ankunft vielleicht die Frage gestellt auf welchem Kontinent ich denn gerade bin. Denn auch in Ontario hat London ein Oxford Street, eine Picadilly Street, eine St Paul's Cathedral (mit Big Ben "Klingelton" für die Glocken!), und vor allem eine Themse, die durch die Stadt fließt! Da auf den Kanadischen Geldscheinen auch noch die Queen abgebildet ist, kommt man manchmal echt ins Grübeln...


Hier bin ich, während ich auf Wohnungssuche war, in zwei verschiedenen Hostels untergekommen: Das erste war ganz im Norden und eigentlich ein ungebrauchter Teil eines Altersheims. Es war sauber und gut ausgestattet, allerdings ziemlich weit von allem weg. Das zweite war da deutlich besser gelegen.