Sonntag, 11. April 2010

Sollen wir einfach mal so tun, als seien seit dem letzten Eintrag nur fünf Minuten vergangen? Klingt gut. Los geht's!
Was bisher geschah:
Ein abenteuerlustiger Gallo-Germane machte sich einst auf zu neuen Gefilden und erreichte nach langer Reise das weite land der Indianer. Dort erwarteten ihn jede Menge Erlebnisse, die diese Reise unvergesslich werden ließen. Heute soll nun die Geschichte des Besuches bei Exoten dieses Kontinents erzählt werden. Diese Exoten sind ursprünglich Gallische Landsleute unseres Reisenden, nennen sich aber "Québécois" und bevölkern den Nordosten Amerika's. Das größte Dorf in dieser Provinz nennt sich Montréal und beherbergt ca. 3,7 mio Québécois. Dieses Dorf war das Ziel unseres Abenteurers...

27.12.2009 - 03.01.2010: Câlice d'ostie de tabarnak!

Wie gesagt, ging es gleich nach dem Auenthalt in New York über Weihnachten weiter nach Montréal um dort das neue Jahr zu begrüßen. Das hieß dann erstmal wieder eine beachtliche Zeit Bus fahren... Insgesamt hat es ca. 24 Stunden gedauert. Meine Freunde aus London erwarteten mich dort schon, sie waren schon einen Tag früher angekommen, da sie Weihnachten in Ottawa verbracht haben. Diese Freunde waren: Romain (Frankreich), Abhijit (Indien), Francesca (Neuzeeland), Emeric (Frankreich), Charlotte (Frankreich, später angekommen und eigentlich nicht eingeplant...) und Jen (Australien, noch später angekommen und noch weniger erwartet......).
Wir hatten uns dort eine Wohnung gemietet, diese war echt gemütlich, gut ausgestattet und dank Metro-Haltestelle war das Stadtzentrum auch gut erreichbar. Allerdings war die Wohnung für fünf Personen gedacht, was gegen Ende dazu führte, dass ich gemerkt habe, dass der Fußboden in Kombination mit buddhistischer Meditation ein herrliches Bett abgibt!
In Montréal habe ich auch den echten kanadischen Winter kennen gelernt. Es war ziemlich konstant -17 bis -20 Grad warm mit einer angenehm frischen Brise. Ich glaube hier nennen sie das Blizzard. Was mich echt erstaunt hat, war die Selbstverständlichkeit, mit der die Leute dort solche Wetterverhältnisse hinnehmen. In Deutschland wird man schon dann vom Nachbar schräg angeguckt, wenn um 7 Uhr morgens noch eine Schneeflocke auf dem Bürgersteig ist. Nicht so in Montréal: Ein Bürgersteig gilt dann als Schneefrei, wenn "nur" noch 30 cm Schnee darauf liegen! Auch der Straßenverkehr läuft eigentlich ganz normal, das liegt wahrscheilich an den Mähdrescher-ähnlichen Räumfahrzeugen, die mit irrsinnigem Tempo und in Formationsfahrt ganze Landstriche in 5 Minuten schneefrei bekommen würden. Ja, hier ist man einfach vorbereitet, sowohl mental, als auch technisch!
Wie auch immer, es braucht schon mehr als ein bisschen Schnee und Frost um hartgesottene Austauschstudenten am Sightseeing zu hindern. Unser erstes Ziel war das ausgediente Olympiastadium, welches nun das sogenannte "Biodome" enthält. Dieses ist eine Halle mit 3 verschiedenen Klimazonen: tropisch, kanadisch und polar. Irgendwie haben wir einen großteil der Zeit im tropischen Bereich verbracht... Außer dem Biodome befindet sich auf dem Gelände noch ein Aussichtsturm, aus dem man die Skyline Montréals bestaunen kann und ein botanischer Garten. Allerdings war dort, wo z.B. der japanische Garten sein sollte, nur ein halber Meter Schnee zu beobachten. Trotzdem ein schöner Anblick!
Das nächste Ziel war die Altstadt Montréals mit seinem Museum für Archeologie und Geschichte, namentlich "Pointe à Callière". Dort kann man die ursprünglichen Fundamente des historischen Montréal, wie es die frühen Pelzhändler gebaut haben, bestaunen.
Die Altstadt selbst ist wirklich schön, ganz anders, als die Innenstadt Torontos, viel gemütlicher und natürlich nicht einmal ansatzweise so hektisch wie New York! Wir haben es übrigens ausgiebig versucht die Eisdecke des St. Laurent Flusses zu durchbrechen (mit Steinen, nicht mit uns selbst!), sind aber kläglich gescheitert.
Das U-Bahn fahren in Montréal ist an sich schon in ziemliches Erlebnis, man hört 20 verschiedene Sprachen, von denen ich bei 10 noch nicht einmal den Kontinent zuordnen konnte. Russisch habe ich aber identifiziert, da war ich schon ein wenig stolz!
Abends machte versuchte sich unser Hobbykoch Emeric an verschiedensten Nudelsoßen, mit einer Erfolgsquote von etwa 60%. Insgesamt waren wir eine echt lustige Truppe. Der typische Morgen sah in etwa folgendermaßen aus: Am Abend sagt Romain, dass er am nächsten Tag um 9 Uhr das Haus verlassen will um auch schön viel sehen zu können. Alle stimmen zu. Charlotte schlägt sogar 8 Uhr vor. Am nächsten Morgen blockiert Abhi allerdings für eine Stunde das Bad, Romain fängt an nervös zu werden, es ist 10:00, Charlotte schläft noch. Als wir uns dann um 11 auf den Weg machen (ohne Charlotte, sie schläft noch), sind alle erst einmal dafür einen zweiten Kaffee zu trinken, immerhin war das Aufstehen ja ziemlich anstrengend! Romains erster Satz ist dann meistens: "Morgen bin ich um 9 aus dem Haus!" Sicher...

Ein schönes Stück Frankreich findet man übrigens im Marché Jean Talon: Wir haben in einer Bäckerei Feigen- und Olivenbrot gekauft, riesige Käsetheken gesehen, die genauso stinken (entschuldigung, riechen!) wie in Frankreich und bei einem echten Bretonen Crèpes gegessen. Ja, da freut man sich schon auf den nächsten Sommer!
Wieder einmal gäbe es noch sooo viel mehr zu erzählen, aber das muss ich dann wohl persönlich nachholen. Es ist ja gar nicht mehr so lang bis ich wieder in Deutschland bin. Die Vorlesungszeit ist schon vorbei, was bleibt ist ein Monat voller Prüfungen. Man hat am Freitag wieder ein lautes "Klick" gehört, das ertönt, wenn das Gehirn eines kanadischen Studenten auf "Prüfungszeit!!!!!!" umschaltet. Es ist nur eine Frage der Zeit bis die Mauern der Bücherei dem Druck der Horden nachgibt. In dieser Prüfungsphase ist sie übrigens erstmals 24 Stunden am Tag geöffnet. Ob die Noten dadurch besser werden? Meine wahrscheinlich nicht ;)


Montag, 1. Februar 2010

Ist das möglich? Ist es wirklich schon so lange her, dass ich hier etwas geschrieben habe?? Kann mal jemand die Zeit anhalten? Mir geht das hier alles viel zu schnell... Über die Hälfte meiner Zeit hier, auf der anderen Seite des großen Teiches, ist vorbei. Ich glaube ich schreibe an das Kultusministerium Baden-Württemberg, dass ich noch ein Jahr brauche! Die haben sicher Verständnis für uns Austauschstudenten. Ich bin mir auch sicher hier einige Unterschriften für mein Anliegen sammeln zu können!
Jetzt aber erstmal der übermäßig überfällige Nachtrag mit Infos über (fast) alles, was meine Zeitwahrnehmung so trübt!

22.12. - 26.12. If you can make it there, you'll make it anywhere!

Am Abend des 21. Dezembers machten sich Erwan und ich auf den Weg in eine ganz besondere Stadt: New York. Nach einer eher schlaflosen Nachtbusfahrt mit Grenzübergang in die USA mittendrin (erstaunlich problemlos), sind wir im Busbahnhof angekommen. Schon hier merkt man, dass in dieser aus dem Ruder gelaufenen Siedlung einfach gar nichts durchschnittlich ist. Der Bahnhof hat viele Stockwerke auf denen sich die Busse stapeln. Vorteilhaft ist, dass er sich mitten in der Stadt befindet! So brauchten wir nur ein paar Schritte gehen um den Broadway zu erreichen. Die Sonne ging gerade auf, was allerdings in der Lichterflut komplett untergeht. Jetzt ist einem endgültig klar: Das muss New York sein!



Nach einem Frühstück ging es dann ab ins Hostel um unseren dritten Mitstreiter Simon zu treffen... Der schlief allerdings noch. Also ging es erstmal in den Central Parc. Da ein paar Tage zuvor ein Schneesturm gewütet hatte, was dieser mit einer dicken Schneeschicht bedeckt!


Endlich vereint machten sich Erwan, Simon und ich auf den Weg zur Südspitze von Manhattan um die Fähre zur Freiheitsstatue zu nehmen. Nach dem Anstehen in einer nicht enden wollenden Schlange und dem Passieren eines (schon wieder!) unglaublich freundlichen Sicherheitschecks fuhren wir dann endlich in Richtung einer grünen Frau mit Krone und Fackel in der Hand! Es gibt sie, die Dinge, die man in New York gemacht haben muss, und die Freiheitsstatue gehört einfach dazu.
Ganz lustig war übrigens, dass wir auf Ellis Island dann auch noch vollkommen zufällig Alessandra, eine Freundin, die mit Simon und mir in Heidelberg Physik studiert, getroffen haben! Sie ist momentan für ein Jahr in der Nähe von Boston. Zufälle gibts...


Am Abend ging es dann in Rightung Times Square. Vor lauter blinkender Lichter und omnipräsenter Reklame ist das Gehirn hier vollkommen überfordert! Ich kan mich an kein einziges spezielles Produkt erinnern. Das muss eine extrem unprofitable Form von Werbung sein... Aber das Gesamtbild ist dafür umso beeindruckender. Moderner Konsum-Impressionismus: Kauf. Egal was. Kauf einfach.


Nachdem wir am ersten Tag Manhattan aus der Froschperspektive gesehen haben und uns dementsprechend klein und unbedeutend fühlten, haben wir uns gesagt, dass es Zeit ist die Dächer zu erobern. Ziel: Rockefeller Center! Wir haben uns bewusst gegen das Empire State Building entschieden, da wir dieses ja von oben sehen wollten. Außerdem hat man vom Rockefeller Center eine perfekte 360° Sicht! Ich könnte hier versuchen die Eindrücke zu beschreiben, aber das würde nichts bringen... Stattdessen gibt es ein paar Fotos, doch auch die bringen nicht annähernd den Eindruck, den man da oben hat, rüber. Ach ja, den alljährlichen Weihnachtsbaum gab es auch zu bestaunen.


Abends ging es dann zur Wall Street, passend zur Finanzkrisenstimmung auch bei Sonnenuntergang ;)

Ich muss leider jetzt einen etwas größeren Sprung machen und Ground Zero, Chinatown, Brooklynn Bridge, Grand Central Station, ... auslassen, sonst wird das hier noch ein Reiseführer. Daher springe ich gleich zum inoffiziellen Highlight des Trips: Dem Christmas-Burger! Da wir ja über Weihnachten dort waren, mussten wir uns irgendwie ein Weihnachtsessen organisieren. Zum Glück hatte unser Hostel eine gute Küche, was uns ermöglichte ein wenig kreativ zu werden! Von äußeren Eindrücken beeinflusst, direkt oder indirekt (Werbung am Times Square???) , entschieden wir uns die weltbesten Burger zu machen. Das Experiment ist gelungen! An das genaue Rezept kann ich mich allerdings nicht mehr genau erinnern, da es danach zu einem vom Hostel organisierten Pub-Crawl ging... Heiligabend der etwas anderen Art!



Nach einem sehr entspannten 25. Dezember mit Spaziergang im Central Parc und Kaffee im Trump Tower und einem besuch an bord eines vor Anker stehenden Flugzeugträgers am 26., ging es am Abend wieder auf den Weg nach London. Während sich Erwan noch einen schönen Tag in Toronto gemacht hat, ging es für mich direkt weiter nach Montreal, aber das ist eine andere Geschichte und wird beim nächsten Mal erzählt!

Sonntag, 13. Dezember 2009

Kann es sein, dass der Dezember schon lange angebrochen ist und ich seit Ende Oktober nichts mehr von meinen Erlebnissen hier erzählt habe???
Der Hauptgrund ist wahrscheinlich, dass mein lange geltender Leitspruch "Ich bin nicht zum Studieren hergekommen" leider nicht mehr so ganz gilt... Mich hat der kanadische Prüfungswahn hier voll erwischt. Nach den sogenannten "Midterms" kommen jetzt gerade die "Finals" und sorgen für Anblicke, die in Deutschland oder Frankreich schon lange zur Besetzung der Hörsäle gesorgt hätte: Die UniBib ist zum Bersten voll mit verzweifelten, kaffeesüchtigen Studenten, die das Gebäude oft auch nicht vor zwei Uhr Morgens verlassen (Hab ich mir erzählen lassen, mein Mitbewohner Kenny ist einer von ihnen). Spezielle Shuttlebusse bringen die wissensdurstigen Horden wieder sicher nach Hause. Meine erste "finale" Prüfung war diesen Freitag und hatte einiges zu Bieten. Hauptattraktion: Feueralarm!! Irgendein frustrierter Student hatte wohl einen nervösen Zeigefinger und hat uns für eine halbe Stunde in die klirrende Kälte geschickt. War aber ganz nett, so konnte gepflegter Gedankenaustausch stattfinden bevor wir geordnet zurück in den Hörsaal gingen und die Klausur fertig geschrieben haben, nachdem sicher gestellt wurde, dass es sich um einen falschen Alarm handelte.
Ich habe weiter oben die klirrende Kälte erwähnt, das ist wörtlich zu nehmen! letzte Woche wurde es richtig kalt, inklusive "Windchill-factor" -20°C. Schnee gabs dazu auch ne ganze Menge. Das war ein paar Tag lang richtig cool, dann ist einem aber eingefallen, dass die Busse hier immer noch streiken, und das ist zum Teil gar nicht mehr lustig. Ich habe noch ziemliches Glück, dass ich relativ nah an der Uni wohne, doch andere müssen eine Stunde radeln, bis sie die Zivilisation erreichen. Muss verdammt hart sein wenn man ursprünglich aus Mexiko ist und noch nie im Leben Schnee gesehen hat! Zum glück haben sich die Parteien dieses Wochenende geeinigt, daher sollten die Busse in ein paar Wochen wieder fahren und dann steht einem schönen angenehmen Kanadischen Winter nichts mehr im Weg ;)

Hier noch ein paar erlebnisse der Letzten Zeit:

20.11.09 Chriiiiiiiiiiiiiiiisssssssssssssss Boooooooooooossssshhhhhhhhhhh!!!!!

Es wurde langsam Zeit nach American Football den zweiten Volkssport hier anzutesten (als Zuschauer natürlich!). Diesmal war Basketball dran! wir haben uns mit Romain und Erwan das Spiel der Toronto Raptors gegen Miami Heat angesehen. Es war auf jeden Fall wieder einmal eine Show! Und Toronto hat gewonnen, 120:113, was will man mehr?




12.12.09 Time to say goodbye (part 1)

Gestern hat der erste Teil der Verabschiedungsvereilichkeiten für diejenigen, die uns am Ende dieses Semesters verlassen werden, stattgefunden. Ja, unsere UN schrumpft bald beachtlich! Abhijit (Vertreter Indien) und Yikun (vertreter China) haben für 18(!) von uns gekocht, und das mit Erfolg. Auch wenn einiges ziemlich Scharf war, Gut war es auf alle Fälle!



Natürlich gab es noch viel mehr, was erwähnenswert wäre, aber es wird langsam spät und ich habe mir fest vorgenommen morgen ganz früh in der Unibib zu sein. Will mal sehen wie das ist! Muss ja schon was dran sein wenn da alle so drauf abfahren...

In diesem Sinne, der Nächste Eintrag kommt dann wohl auch erst wieder in einem Monat und enthält dann meinen Trip nach New York und Montreal über Weihnachten bzw. Neujahr!

Sonntag, 1. November 2009

Time goes by...

Das Semester nimmt inzwischen richtig Fahrt auf! Ich komme gar nicht mehr dazu hier Schritt zu halten und mit angemessener Ausführlichkeit zu berichten... Jetzt gibt es aber zumindest eine kurze Zusammenfassung der letzten Wochen:

17.10.09 Medway Valley:
Um meine frisch gekauften Wanderschuhe einzuweihen habe ich mich auf einene Faust auf den Weg mitten in den Indian Summer. In London, nicht weit von der Uni liegt ein kleines aber feines Naturschutzgebiet, Medway Valley, dass ich mir schon länger schon ansehen wollte. Und ich wurde nicht enttäuscht, gerade im Herbst bei herrlichem Wetter ist es dort wirklich schön!

19.10.09 Diwali!
Am Wochenende hatte Abhijit, ein Austauschstudent aus Indien, uns zu Diwali eingeladen. Das ist das wichtigste Fest des Jahres in Indien und gleichzeitig Fest des Lichtes und Neujahr. Ich glaube ich hatte an diesem einen Abend mehr Kulturschock zu verarbeiten als im gesamten Rest meines Aufenthaltes soweit... Zunächst gab es einen Offiziellen Teil, in dem einige Inder traditionelle Lieder gesungen haben und eine kleine Zeremonie abgehalten wurde. Danach gab es dann richtig gutes indisches Essen (nicht zu scharf, auf die paar Internationals wurde Rücksicht genommen!) und dann... dann ging es richtig los! Wer schonmal einen Bollywood Film, oder wie ich zumindest Ausschnitte, der kann sich einigermaßen vorstellen wie es zuging: Volle Dröhnung moderne indische Musik und dazu sehr lustiger Einheitstanz!
Zum Abschluss gab es dann noch ein Feuerwerk, dass es wirklich in sich hatte. Es war sogar so beeindruchend, dass die Campuspolizei herkam um zu sehen was denn los war!

24.10.09 Rock Glen (Or the Stairway to heaven)
Eine Woche später war dann wieder Wandern angesagt! Diesmal ging es wieder mit dem Outdoors Club los. Das Ziel war ein Wasserfall etwa eine Autostunde von London entfernt. Um zum Wasserfall zu gelangen muss aber erstmal eine sehr lange Treppe bezwungen werden. Aber es lohnt sich allemal! Der Wasserfall ist natürlich nicht mit Niagara zu vergleichen, hat aber den Vorteil, dass man im Becken darunter baden kann... wenn man will.... Das Wasser war nämlich ziemlich kalt und ich habe mir das Planschen geschenkt! Nichtsdestotrotz haben sich drei mutige gefunden! Vom Wasserfall aus sind wir dann noch ein wenig den Strom entlanggewandert, meistens von Stein zu Stein hüpfend.


Ich würde echt gerne noch über dieses Wochenende und die Halloween-Verrücktheit hier schreiben, doch leider muss ich nebenbei noch studieren... Daher dranbleiben, und nicht umschalten!

Donnerstag, 8. Oktober 2009

Wet camping, Part 2

Freitag 2.10. - Sonntag 4.10.

Dieses Wochenende ging es einige Wochen nach meiner Campingtaufe in Algonquin zum ersten Mal mit dem Outdoors Club auf Tour! Ziel: Pinery Provincial Park. Das ist ein Naturpark etwa eine Autostunde im Nordwesten von London. Los ging es am Freitag Nachmittag in einem von Frank gefahrenen vollbepackten Van. Einmal angekommen hieß es Zelte, Planen und co. aufbauen. Das Wetter war eher durchwachsen, regelmäßige leichte Schauer ließen anfangs nichts gutes erhoffen, doch immer wieder kam die Sonne doch noch durch und sorgte für gute Stimmung!
Im Gegensatz zum spartanischen Algonquin-Trip war hier nicht der Weg das Ziel. Pinery war echtes 5-Sterne Camping! Die Anreise mit dem Auto ermöglichte das Mitbringen von massenweise Ausrüstung, wie zum Beispiel einem riesigen Gasgrill und massig professioneller Gasherde.
Wir waren in mehrere Foodgroups aufgeteilt, mein Foodgroup-leader war Meagan und das Essen war sogar besser als das was ich mir hier mit einem richtigen Herd mache! Von Pancakes und Spiegeleiern zum Frühstück bis Burgern zum Abendessen purer Luxus!



Woran erkennt man den echten Outdoormenschen? An seiner Unterkunft! Während wir Spießer in konventionellen Zelten schlafen baut sich Tadic (100kg-Bulle mit Bärenpfoten-Tatoo auf dem Arm) eine mehr oder weniger wasserdichte Hängematte! Angeblich hat er auch bei den stärkeren Schauern über Nacht gut geschlafen...


Am Samstag ging es dann mal wieder Kanufahren, diesmal war ich sogar Steuermann, da Farzad noch nie einen Paddel in der Hand hatte. Zwei andere Erstkanuten haben es sogar geschafft ihr Kanu zu kippen! Bei dem doch schon eher kalten Wasser war das sicher nicht sehr angenehm... Egal, wir haben gelacht!


Dass Alkohol verboten ist wird einem übrigens immer wieder ziemlich aufdringlich mit überdimensionalen Schildern ins Gedächtnis gerufen. Trotzdem endeten irgendwie vier Bierdosen als Stütze für einen Gasherd... Mysteriös!

Ein paar mehr Fotos gibt es hier:
http://picasaweb.google.de/CanadaShaka/PineryCamping?authkey=Gv1sRgCM3QoIn_662Y7gE#

Off to the big city!

Samstag 26.09. -Sonntag 27.09


Ist mal wieder verdammt lange her, dass ich hier was geschrieben habe... Es gibt also einiges nachzuholen!
Zunächst einmal ging es vor etwas zwei Wochen nach Toronto. Ich war zwar schon einige Male da, allerdings hat sich das Sightseeing im Großen und Ganzen auf den Greyhound-Busbahnhof beschränkt und meine Mitbewohnerin Brunelle hörte nicht auf mir zu sagen, dass es viel mehr zu sehen gibt (Sie ist aus Toronto und fährt auch jedes Wochenende heim). Der Entschluss war schnell gefasst, auf nach Toronto!
Samstag bin ich zunächst ein Wenig durch die Innenstadt geschlendert um ein Gefühl für die Stadt zu bekommen. Das ist aber wirklich nicht so einfach, die verschiedenen Viertel sorgen für sehr viel Abwechslung!
Da meint man eigentlich in Kanada zu sein, geht die Spadina Avenue entlang und befindet sich auf einmal in China! Naja, eigentlich ist es bloß das Chinatown Torontos, doch man versteht hier trotzdem nichts... Folgt man der Straße, sprießen die Wolkenkratzer nur so aus dem Boden. Genau, das Bankenviertel ist erreicht!




Was natürlich auch bei keinem Besuch in Toronto fehlen darf ist ein Abstecher auf die "Giant Space Needle" (CN-Tower). Die Sicht von da oben ist auch bei eher mittelprächtigem Wetter ziemlich beeindruckend! Was einem gerade noch beim Spaziergang durch das Bankenviertel übertrieben groß erschien, wirkt von da oben plötzlich wie Lego... Da kann es einem doch ziemlich egal sein, dass es inzwischen nur noch das zweithöchste Gebäude der Welt ist! Auch der Glasboden kostet einen ein wenig Überwindung, das hätte ich von mir eigentlich nicht erwartet!





Dann habe ich noch den Tobi zum Kaffee getroffen und wir sind ein wenig über die Harborfront geschlendert.
Am Sonntag kam dann endlich die Sonne raus und nach einem kleinen Abstecher in den Kensington-Market (Hippie-Viertel) und Little Italy musste ich mich dann leider auch schon auf den Weg zurück nach London machen. Toronto, I'll be back!!!

Sonntag, 20. September 2009

Holidays are over, let's go to Niagara!

Montag 14.09.09 - Sonntag 20.09.09
Und ich hatte schon gehofft, dass die Uni und aller damit verbundener Stress würden mich hier am Ende der Welt nicht finden... Seit Montag haben die Profs die Schonfrist aufgehoben und uns auf ein Semester voller Assignments, Quizes, Midterm-Exams und Final Exams vorbereitet... Und dann auch noch diese total überteuerten bücher: zwei bücher für 440 dollar!!!!
Die Profs sind aber alle sehr nett. Die Kurse sind eher klein, 10 bis 25 Studenten in den Physik, bzw Med. Physik Kursen. Nur in Russisch sind wir 33. Ich habe für nächste Woche schon zwei Assignments, also Hausaufgaben. Scheint machbar, wird aber im Gegensatz zu Deutschland leider auch benotet...
Am Samstag ging es dann zu DER Sehenswürdigkeit wenn man von Kanada spricht: Die Niagara Fälle! Der Ausflug wurde vom International Office organisiert. Es war wie nicht anders zu erwarten unglaublich beeindruckend. Schon der erste Anblick von relativ weit weg lässt einem den Atem Stocken. Mit der Maid of the Mist ging es dann mitten hinein in die nass aufschäumende Hölle! Angezogen wie Schlümpfe Wurden wir mit dem Boot in die Canadian Horseshoe-Falls gefahren. Auch wenn das die klassische Touri-Tour ist, ist das echt zu empfehlen. Man merkt auch ansonsten, dass die Fälle ein verdammt gut funktionierender Touristen-Magnet ist. Mit den ganzen Casinos erinnert die Stadt ein wenig an Las Vegas.
Wie auch immer, der Trip hat sich auf jeden Fall gelohnt! Man kann Kanada ja nicht verlassen ohne die Niagara Fälle gesehen zu haben ;)