Sonntag, 20. September 2009

Holidays are over, let's go to Niagara!

Montag 14.09.09 - Sonntag 20.09.09
Und ich hatte schon gehofft, dass die Uni und aller damit verbundener Stress würden mich hier am Ende der Welt nicht finden... Seit Montag haben die Profs die Schonfrist aufgehoben und uns auf ein Semester voller Assignments, Quizes, Midterm-Exams und Final Exams vorbereitet... Und dann auch noch diese total überteuerten bücher: zwei bücher für 440 dollar!!!!
Die Profs sind aber alle sehr nett. Die Kurse sind eher klein, 10 bis 25 Studenten in den Physik, bzw Med. Physik Kursen. Nur in Russisch sind wir 33. Ich habe für nächste Woche schon zwei Assignments, also Hausaufgaben. Scheint machbar, wird aber im Gegensatz zu Deutschland leider auch benotet...
Am Samstag ging es dann zu DER Sehenswürdigkeit wenn man von Kanada spricht: Die Niagara Fälle! Der Ausflug wurde vom International Office organisiert. Es war wie nicht anders zu erwarten unglaublich beeindruckend. Schon der erste Anblick von relativ weit weg lässt einem den Atem Stocken. Mit der Maid of the Mist ging es dann mitten hinein in die nass aufschäumende Hölle! Angezogen wie Schlümpfe Wurden wir mit dem Boot in die Canadian Horseshoe-Falls gefahren. Auch wenn das die klassische Touri-Tour ist, ist das echt zu empfehlen. Man merkt auch ansonsten, dass die Fälle ein verdammt gut funktionierender Touristen-Magnet ist. Mit den ganzen Casinos erinnert die Stadt ein wenig an Las Vegas.
Wie auch immer, der Trip hat sich auf jeden Fall gelohnt! Man kann Kanada ja nicht verlassen ohne die Niagara Fälle gesehen zu haben ;)


Go Western!

Montag 07.09.09 - Sonntag 13.09.09
Schon krass wie die Zeit vergeht... Jetzt läuft die Uni schon seit zwei Wochen. Während in der ersten, so genannten "Frosh Week", nicht die Kurse, sondern das Willkommen heißen der Erstsemestler im vordergrund standen, haben wir in der zweiten einen ersten Eindruck vom verschulten kanadischen Uni-System bekommen. Aber zunächst zum ersten Teil:
Ich erinnere mich noch ziemlich gut an die Begrüßung der Erstsemestler in Heidelberg, sie hat in der Aula der neuen Uni stattgefunden und der Rektor der Uni Heidelberg hat eine Rede gehalten. Kerninhalte waren Tradition, Elite und die Warnung, dass es hart werden würde und somit nicht jeder sein Diplom erhalten würde.
Kontrastprogramm UWO: Hier wurde eine riesige Bühne aufgebaut und die Erstsemestler hatten alle zu ihren Wohnheimen passende T-Shirts an. Jedes Wohnheim hatte eine Choreografie gelernt und wurde von den Moderatoren auf der Bühne dazu aufgefordert diese zu zeigen.
Dann: Auftritt Rektor (bzw. President wie es hier heißt)
Zu lauter elektronischer Musik kommt er tanzend auf die Bühne und seine Rede hatte mit der aus Heidelberg auch nicht sehr viel gemeinsam. Es war schon beeindruckend was hier für ein Aufwand betrieben wird um Erstsemestlern Mut zu machen.
Die Woche bestand haupsächlich aus Feiern und die ersten Vorlesungen am Donnerstag und Freitag liefen eher im Schongang. Am Samtag war dann das erste Heimspiel der Western Mustangs (American Football Mannschaft der UWO). Hier war wie bei jedem Football Spiel das was auf dem Platz passierte deutlich uninteressanter als das was sich abseits des Platzes abspielte. Westerns Cheerleader gewinnen nämlich jedes Jahr seit 1985 die nationale Meisterschaft!


Samstag, 5. September 2009

Row, row, row your boat!

Freitag, 28.08.09 - Freitag, 04.09.09
Nach den Vorbereitungen vom Donnerstag, machten sich vier unerschrockene Abenteurer dann endlich auf den Weg nordwärts gen Algonquin Park. In Huntsville, einem verschlafenen Städtchen nicht weit vom Parkeingang erhielten die Vier, namentlich Simon, Mathias (T), Andreas und Nicolas (Nico), weibliche Verstärkung von Laura, Viktoria (Vika) und Nora. Das Team war komplett.

Die erste Herausforderung, die die Gefährten zu meistern hatten war das beladen des Autos: Für sieben Paddler braucht man schließlich drei Kanus! Da allerdings nur ein relativ kleines Auto ohne Anhänger zur Verfügung stand sah das Endergebnis ziemlich abenteuerlich aus. Im Endeffekt zählte allerdings nur, dass das Ziel auf unerklärliche Weise mit unverserhrtem Material erreicht wurde!


Leider erreichten de Gefährten ihren Einstiegssee mit so viel Verspätung, dass der eigentliche Aufbruch um einen Tag verschoben wurde. So hieß der erste Campground Magnetawan Lake. Ein schönes durch den Feuermeister angeheiztes Lagerfeuer ließ die Enttäuschung allerdings schnell verschwinden. Die gegrillten Würstchen taten ihr übriges!

Am nächsten Morgen musste die Gruppe eine weitere Hürde überwinden: Regen ohne Ende! Gefährte Nico wachte in einem vollkommen durchnässten Schlafsack auf. Auch der zum Schutz vor hungrigen Bären an einem Ast hochgezogene Essen hat einiges abbekommen. Nichtsdestotrotz stiegen die Gefährten erstmals in ihre Kanus und stachen in See.


Was sich ihnen dort offenbarte war eine Landschaft wie von einer anderen Welt. Unberürter wunderschöner Wald wohin man sah, über dem See lag ein gespenstischer Nebel, der alles unwirklich erscheinen ließ. Auf halbem Weg kreuzten dann auch noch eine Elchkuh und ihr Kalb unseren Weg als sie den Fluss überquerten!


Nach einer weiteren nassen Nacht und einem weiteren eher harten Paddeltag klarte der Himmel abends endlich auf und die Gefährten wurden am White Trout Lake mit einem herrlichen Sonnenuntergang für ihre Mühen belohnt. Sämtliche Rückzugsvorschläge waren damit im Keim erstickt und jeder wurde für seine Mühen entlohnt!


Von diesem Abend an hielt das schöne Wetter an und sowohl Paddeln als auch Portages (Das sind die Strecken, auf denen die Boote aufgrund von z.B. Stromschnellen getragen werden müssen) fielen deutlich leichter! Das lag allerdings auch zum Teil daran, dass sich die Truppe inzwischen ziemlich gut eingespielt hatte und sich Routine bemerkbar machte.
Trotz aller Sonne tagsüber waren die Morgen allerdings ziemlich kühl, was dann allerdings mithilfe warmer Milch und darin aufgelöstem Müsli verdrängt wurde!

Auf dem Rückweg traf unser Trupp dann auch noch einen weiteren vollkommen unkoordinierten Haufen Germanen auf Erkundungstour. bei diesem Haufen schien allerdings das Kanufahren noch nicht in Fleisch und Blut übergegangen zu sein, was sich an den zahlreichen Kratzern am Rumpf erkennen ließ. Angeblich haben sie sogar versucht eine Stromschnelle mitzunehmen und einigermaßen kläglich daran gescheitert...

Nach einer Woche, die unübersehbare Zeichen bei unseren Wanderern Hinterlassen hat (meterlange Bärte, die sogar den größten Bär in die Flucht geschlagen hätten, millionen Mückenstiche an den Beinen des "Mückenableiters" Laura, ...) hieß es dann leider wieder Abschied nehmen von der Wildnis und zurück in die Zivilisation, Handynetz wieder erreichen und Abschied vom geliebten Donnerbalken nehmen. Die Matratze war allerdings wirklich wilkommen!

So lösten sich die Gefährten nach und nach auf und behielten ein unvergessliches Erlebnis in Erinnerung!


Bright Lights, Big Cities

Donnerstag, 27.08.09
Es ist soweit, Algonquion Provincial Park, I'm coming! Donnerstag hat mich Simon mit einem Mietwagen abgeholt, vorläufiges Ziel: Hamilton. Das Fahrrad in Einzelteilen im Kofferraum ging es in die Industriestadt in der Simon das nächste Jahr verbringen wird. Die Stadt ist deutlich ansprechender als ich mir sie vorgestellt hatte. Vielleicht lag es auch daran, dass ich die Stahlindustrie bei Nacht gesehen habe. Die ganzen Lichter und Schornsteinflammen waren schon ziemlich beeindruckend!


Nach diesem kleinen Ausflug ging es dann auf zum Proviant beschaffen, wir wollten die nächste Woche in der Wildnis ja schließlich überleben ohne unser Essen selber jagen zu müssen! Zum Glück haben in Kanada viele Läden 24 Stunden am Tag auf.
Die Nacht habe ich dann in einem noch unbewohnten Zimmer in Simons Haus verbracht. Dass ich auf dem Boden schlafen musste war ein mehr oder weniger willkommenes Training für die kommende Woche, wo ich auch nur Waldboden zur Verfügung haben würde.