Montag, 1. Februar 2010

Ist das möglich? Ist es wirklich schon so lange her, dass ich hier etwas geschrieben habe?? Kann mal jemand die Zeit anhalten? Mir geht das hier alles viel zu schnell... Über die Hälfte meiner Zeit hier, auf der anderen Seite des großen Teiches, ist vorbei. Ich glaube ich schreibe an das Kultusministerium Baden-Württemberg, dass ich noch ein Jahr brauche! Die haben sicher Verständnis für uns Austauschstudenten. Ich bin mir auch sicher hier einige Unterschriften für mein Anliegen sammeln zu können!
Jetzt aber erstmal der übermäßig überfällige Nachtrag mit Infos über (fast) alles, was meine Zeitwahrnehmung so trübt!

22.12. - 26.12. If you can make it there, you'll make it anywhere!

Am Abend des 21. Dezembers machten sich Erwan und ich auf den Weg in eine ganz besondere Stadt: New York. Nach einer eher schlaflosen Nachtbusfahrt mit Grenzübergang in die USA mittendrin (erstaunlich problemlos), sind wir im Busbahnhof angekommen. Schon hier merkt man, dass in dieser aus dem Ruder gelaufenen Siedlung einfach gar nichts durchschnittlich ist. Der Bahnhof hat viele Stockwerke auf denen sich die Busse stapeln. Vorteilhaft ist, dass er sich mitten in der Stadt befindet! So brauchten wir nur ein paar Schritte gehen um den Broadway zu erreichen. Die Sonne ging gerade auf, was allerdings in der Lichterflut komplett untergeht. Jetzt ist einem endgültig klar: Das muss New York sein!



Nach einem Frühstück ging es dann ab ins Hostel um unseren dritten Mitstreiter Simon zu treffen... Der schlief allerdings noch. Also ging es erstmal in den Central Parc. Da ein paar Tage zuvor ein Schneesturm gewütet hatte, was dieser mit einer dicken Schneeschicht bedeckt!


Endlich vereint machten sich Erwan, Simon und ich auf den Weg zur Südspitze von Manhattan um die Fähre zur Freiheitsstatue zu nehmen. Nach dem Anstehen in einer nicht enden wollenden Schlange und dem Passieren eines (schon wieder!) unglaublich freundlichen Sicherheitschecks fuhren wir dann endlich in Richtung einer grünen Frau mit Krone und Fackel in der Hand! Es gibt sie, die Dinge, die man in New York gemacht haben muss, und die Freiheitsstatue gehört einfach dazu.
Ganz lustig war übrigens, dass wir auf Ellis Island dann auch noch vollkommen zufällig Alessandra, eine Freundin, die mit Simon und mir in Heidelberg Physik studiert, getroffen haben! Sie ist momentan für ein Jahr in der Nähe von Boston. Zufälle gibts...


Am Abend ging es dann in Rightung Times Square. Vor lauter blinkender Lichter und omnipräsenter Reklame ist das Gehirn hier vollkommen überfordert! Ich kan mich an kein einziges spezielles Produkt erinnern. Das muss eine extrem unprofitable Form von Werbung sein... Aber das Gesamtbild ist dafür umso beeindruckender. Moderner Konsum-Impressionismus: Kauf. Egal was. Kauf einfach.


Nachdem wir am ersten Tag Manhattan aus der Froschperspektive gesehen haben und uns dementsprechend klein und unbedeutend fühlten, haben wir uns gesagt, dass es Zeit ist die Dächer zu erobern. Ziel: Rockefeller Center! Wir haben uns bewusst gegen das Empire State Building entschieden, da wir dieses ja von oben sehen wollten. Außerdem hat man vom Rockefeller Center eine perfekte 360° Sicht! Ich könnte hier versuchen die Eindrücke zu beschreiben, aber das würde nichts bringen... Stattdessen gibt es ein paar Fotos, doch auch die bringen nicht annähernd den Eindruck, den man da oben hat, rüber. Ach ja, den alljährlichen Weihnachtsbaum gab es auch zu bestaunen.


Abends ging es dann zur Wall Street, passend zur Finanzkrisenstimmung auch bei Sonnenuntergang ;)

Ich muss leider jetzt einen etwas größeren Sprung machen und Ground Zero, Chinatown, Brooklynn Bridge, Grand Central Station, ... auslassen, sonst wird das hier noch ein Reiseführer. Daher springe ich gleich zum inoffiziellen Highlight des Trips: Dem Christmas-Burger! Da wir ja über Weihnachten dort waren, mussten wir uns irgendwie ein Weihnachtsessen organisieren. Zum Glück hatte unser Hostel eine gute Küche, was uns ermöglichte ein wenig kreativ zu werden! Von äußeren Eindrücken beeinflusst, direkt oder indirekt (Werbung am Times Square???) , entschieden wir uns die weltbesten Burger zu machen. Das Experiment ist gelungen! An das genaue Rezept kann ich mich allerdings nicht mehr genau erinnern, da es danach zu einem vom Hostel organisierten Pub-Crawl ging... Heiligabend der etwas anderen Art!



Nach einem sehr entspannten 25. Dezember mit Spaziergang im Central Parc und Kaffee im Trump Tower und einem besuch an bord eines vor Anker stehenden Flugzeugträgers am 26., ging es am Abend wieder auf den Weg nach London. Während sich Erwan noch einen schönen Tag in Toronto gemacht hat, ging es für mich direkt weiter nach Montreal, aber das ist eine andere Geschichte und wird beim nächsten Mal erzählt!

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